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Entdecken Sie die Geschichte des Kupfers.

Entdecken Sie die Geschichte des Kupfers.

Die Geschichte des Kupfers reicht bis tief in unsere Vergangenheit. Vor fast 10.000 Jahren wurde das erste Mal Kupfer verarbeitet. Von diesem Zeitpunkt an gewann Kupfer regelmäßig an Bedeutung. Bis heute ist Kupfer in vielen Bereichen des täglichen Lebens ein wichtiger und nicht mehr wegzudenken-
der Bestandteil. Entdecken Sie hier die spannende Geschichte des rötlichen Metalls.

Steinzeit - um 9.500 v. Chr.

Steinzeit - um 9.500 v. Chr.

Die ältesten Kupferfunde stammen aus Kleinasien und dem Iran und sind über 9.000 Jahre alt. Dabei handelt es sich um Fragmente von Perlen und Nadeln, die mit Kupferpartikeln verschönert wurden. Zu diesem Zeitpunkt hämmerte man das Material noch aus der Oberfläche gediegener Kupfervorkommen heraus. Die Fundstellen – das iranische Ali Koch sowie Çayönü und Çatal Hüyük in der Türkei – liegen im heutigen Nahen und Mittleren Osten.

Frühe Bronzezeit, ca. 5.500 - 2.200 v. Chr.

Frühe Bronzezeit, ca. 5.500 - 2.200 v. Chr.

Zwischen dem Ende der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit entwickelte man langsam die grund-
legenden Techniken der Metallgewinnung und –verarbeitung. Manchmal wird diese Zeit deshalb auch als Kupferzeit oder Kupfersteinzeit bezeichnet. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Metalle wie Gold, Silber und Kupfer zwar teilweise bekannt, aufgrund des fehlenden Wissens über die Verarbeitung wurden Werkzeuge und Waffen jedoch aus Stein gefertigt. Erst mit Ende der Jungsteinzeit lernte man Metalle zu verarbeiten. Nachdem in Kleinasien die Kunst des Ausschmelzens von sulfid- und oxidhaltigen Kupfererzen entwickelt wurde, begann sich gleichzeitig die Verwendung von Kupfer bei der Herstellung von metallischen Gegenständen durchzusetzen.

Ägypten zur frühen Bronzezeit

Ägypten zur frühen Bronzezeit

Im Gebiet des damaligen Oberägypten werden Bohrlöcher in Rosengranitblöcken entdeckt, für die nachweislich Kupferbohrer benutzt wurden. In verschiedenen Pyramidentempeln finden Archäologen gehämmerte Kupferbleche, die als Abwassersystem der Tempel dienten. Die Ägypter betrieben von 3.200 - 1.160 v. Chr. einen umfangreichen staatlichen Bergbau auf der Sinai-Halbinsel, um intensiv Kupfererz abzubauen und zu verarbeiten. Zur gleichen Zeit beginnt man sogar schon mit dem Verlöten von Kupferblechen. Der Handel mit Kupfer und daraus hergestellten Gegenständen erhält einen wichtigen wirtschaftlichen Stellenwert. Ihren Höhepunkt erreicht die Entwicklung am Ende des ersten Jahrtausends vor Christi: Erstmals werden jetzt sogar Gegenstände im Hohlgußverfahren hergestellt.

Bronzezeit, ca. 2.200 - 800 v. Chr.

Bronzezeit, ca. 2.200 - 800 v. Chr.

Die Bronzezeit ist nach der Legierung von Kupfer mit Zinn benannt. Die frühsten Bronzefunde haben nur einen sehr geringen Zinnanteil. Nach und nach wurde dieser erhöht bis um 2.500 v. Chr. ein Anteil von ca. 14 Prozent üblich wird. Selbst lange nachdem man auch Eisen verarbeiten kann, ist Kupfer noch das wichtigste Gebrauchsmetall.

Zypern, ca. 3.000 - 2.300 v. Chr.

Zypern, ca. 3.000 - 2.300 v. Chr.

Zypern beginnt lange vor der Antike den östlichen Mittelmeerraum mit Kupfer zu beliefern. Zur Zeit der Erimi-Kultur wird Kupfer zu einem der wichtigsten Bodenschätze der drittgrößten Mittelmeerinsel. Durch seine Kupfervorkommen bekannt, erhält Kupfer seinen Namen durch die Insel. Der lateinische Name „cuprum“ ist abgeleitet von „aes cyprium“ „Erz von der Insel Zypern“.

Römisches Reich, ca. 753 v. Chr. - 476 n. Chr.

Römisches Reich, ca. 753 v. Chr. - 476 n. Chr.

Im Römischen Reich spielt Kupfer im Münzwesen eine große Rolle. Noch bevor „Geld“ eingeführt wird, benutzen die Römer ab 500 v. Chr. Bronzebarren als Zahlungsmittel. Ein Gesetz bestimmte die Gleichung: 1 Rind = 10 Schafe = 100 Pfund Bronze. Gegen 300 v. Chr. kamen mit Stempeln versehene Bronzebarren auf. Sie waren „1 Pfund Kupfer“ schwer. Durch die Stempelung garantierte der Staat für die Reinheit des Metalls und durch eine Wertziffer für das Gewicht. Mit der Zeit erwiesen sich die Bronzebarren jedoch zu unpraktisch für den Handel, daher begann man bald darauf, das Münzwesen einzuführen. Dabei spielt dann über Jahrhunderte Gold, Silber und Kupfer eine entscheidende Rolle.

Mittelalter, ca. 500 - 1.500 n. Chr.

Mittelalter, ca. 500 - 1.500 n. Chr.

Im Mittelalter war Kupfer für die Herstellung von Schmuck und Alltagsgegenständen weit verbreitet. Aber auch in der Chemie entwickelte sich Kupfer zu einem begehrten Metall.
Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Metallurgie zu einem großen Experimentierfeld der Chemiker. Man entdeckte die Einsatzmöglichkeiten von verschiedenen Edelmetall-Sulfaten. Kupfervitriol (Kupfersulfat) wurde beispielsweise zur Desinfektion, zur Imprägnierung von Holz und als Dünger genutzt. Kupfer wurde während des Mittelalters in Deutschland in bedeutenden Mengen gewonnen und zum Bronzeguss, zu Rotguss, Gelbguss und zur Dachbedeckung verwendet. Die Kupferdächer großer Kirchen erforderten Kupferblech von 600 bis 700 Zentnern.

Neuzeit

Neuzeit

In der Neuzeit, insbesondere nach Entdeckung des elektrischen Stromes durch Edison, findet Kupfer in nahezu allen Bereichen Verwendung und ist aus der modernen Industrie nicht mehr wegzudenken. Ob in Architektur (Dächer, Fassaden), Sanitär (Wasser, Gas, Heizung, Solar, Klima, Sprinkler), Automobil-
industrie (elektronische Komponenten, Kabel), Elektrotechnik (Kabel, Generatoren, Transformatoren), Kommunikationstechnik (Transistoren, Platinen, Prozessoren, Halbleiterchips) oder in der Münzfertigung – Kupfer findet sich in fast jedem Bereich unseres modernen Lebens wieder. Allein im Bauwesen findet man 40 Prozent aller Kupferanwendungen. Weltweit werden gut fünfzehn Millionen Tonnen des roten Metalls jährlich verwendet, davon in Deutschland rund 1,7 Millionen Tonnen.

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