Wissenswertes rund um Kupfer
Kupfer ist so vielseitig in seiner Verwendung, dass es heutzutage fast keinen Lebensbereich mehr gibt, an dem Kupfer nicht wenigstens indirekt beteiligt ist. Aber auch in der Geschichte war Kupfer stets präsent, sorgte in vielen Bereichen für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft oder fand in imposan-
ten, häufig noch heute sichtbaren Monumenten und Wahrzeichen seinen Weg in die Geschichte der Menschheit. Allein die vielen Skulpturen aus Bronze, die oft Jahrhunderte jedem Wetter getrotzt haben und dennoch fast unversehrt geblieben sind, zeigen die einzigartigen Eigenschaften des roten Materials.
Kupfer und Glauben
Klassische Metalle wurden in allen Kulturen bestimmten Symbolen oder Göttern zugeordnet. Kupfer gehört zu Venus oder Aphrodite. Aus dem Altertum übernahm das Mittelalter den Glauben, Kupfer löse jeden Aberglauben, u. a. schützt es Vieh und Milch vor bösen Hexen.
Als Heilmittel gegen Blutungen und Geschwüre wurden Kupferplatten um den Hals gehängt gegen Cholera eingesetzt.
Spurenelement Kupfer
Für den menschlichen Organismus hat Kupfer die Bedeutung eines essenziellen Spurenelements, d. h. der Mensch benötigt Kupfer um zu überleben. Medizinische Forschungen haben ergeben, dass Kupfer als Enzymbestandteil in verschiedenen Stoffwechselprozessen einen entscheidenden Anteil hat: bei der Mobilisierung von Eisen, bei der Energiegewinnung, beim Aufbau des Bindegewebes, beim Schutz der Zellmembranen vor freien Radikalen und bei der Pigmentierung von Haut und Haaren. Der Gesamtbestand des Kupfers im Körper beträgt rund 80 bis 150 Milligramm. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 1 bis 3 Milligramm. Besonders viel Kupfer wurde nachgewiesen in Avocados, Nüssen, Leber oder Nieren. Ebenso in Müslis aller Art, aber auch in Austern und allen Vollkornprodukten und vor allem in hoch-kakaohaltiger Schokolade.
Kupfer sorgt für Mobilität
Mehr als ein Kilometer an Leitungen verbergen sich heute in einem zeitgemäßen PKW. Denn moderne Technik ist nicht denkbar ohne Kupfer. Waren bei einer Mittelklasselimousine vor 50 Jahren gerade mal durchschnittlich 55 Kabel mit einer Gesamtlänge von ca. 45 Metern verbaut, bringen Fahrzeugteile aus Kupfer und Kupferlegierungen heute schon sechs bis neun Prozent des Gesamtgewichts eines Fahrzeugs auf die Waage. Wenn neue Technologien wie Hybrid- oder Brennstoffzellen verstärkt Einzug in die automobile Welt halten, wird der Anteil des Metalls noch weiter steigen.
Erz aus Zypern
Den Namen hat das Metall von den Römern: Sie nannten Kupfer "aes cyprium" (Erz aus Cypern) da sich die größten Kupfervorkommen der Antike auf Zypern befanden. Daraus wurde schließlich "cuprum" und später im heutigen deutschen Sprachraum Kupfer.
Koloss von Rhodos
Die 30 Meter hohe, monumentale Bronzestatue des Gottes Helios wurde um 304/303 v. Chr. in der Hauptstadt der Insel Rhodos errichtet. Der Bau der Statue soll mit 7880 kg Silber bezahlt worden sein. Aus antiken Quellen geht hervor, dass der Koloss von Rhodos aus gegossener Bronze bestand. 12 Jahre Entstehungszeit sind überliefert. Der Bau habe so viel Rohmaterial (ca. 13 Tonnen) verschlungen, dass die damals bekannten Kupfererzquellen zu versiegen drohten. Eine antike Darstellung oder Beschreibung des Kolosses von Rhodos gibt es übrigens nicht. Ein Erdbeben im Jahr 227 v. Chr. brachte auch den Koloss von Rhodos zum Einsturz. Nach Überlieferung sammelten im Jahr 654 Araber, die die Insel eroberten, das Metall der Statue ein und verschifften es in den Orient. Ein jüdischer Händler transportierte das Altmetall auf 900 Kamelen ab und verkaufte es.
Kupfer für die Freiheit
Die amerikanische Freiheitsstatue (offiziell „Liberty Enlightening the World“) wurde am 28. Oktober 1886 auf Liberty Island im New Yorker Hafen eingeweiht. Sie war ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten zur Hundertjahrfeier der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Die Statue selbst misst 46,5 Meter und wiegt ca. 225 Tonnen. Allein der Kupferanteil beträgt 80 Tonnen. Auf dem von Gustave Eiffel konstruierten Eisenskelett wurden die 350 vorher per Handarbeit gehämmerten daumendicken Kupferbleche angebracht. Die Wahl des Materials Kupfer war naheliegend: Kupfer ist auch in der salzhaltigen Luft witterungsbeständig und konnte den mechanischen Beanspruchungen der langen Seereise gut standhalten.
Kupfer für die Gesundheit
Bereits vor 4.000 Jahren nutzten die Ägypter die desinfizierende Wirkung von Kupfer und setzten Kupferspäne, vermischt mit Kuhfett und Honig, für die Wundheilung ein. Heute werden diese so genannten und auch wissenschaftlich anerkannten „antimikrobiellen“ Eigenschaften von Kupfer vermehrt im Kampf gegen gefährliche Erreger eingesetzt. Kupfer eliminiert nämlich bestimmte Bakterien, die tödliche Infektionen auslösen können. Deshalb bieten sie sich in Kliniken gerade für häufig berührte Gegenstände wie Türklinken, Lichtschalter oder Sanitärarmaturen an.
Kupfergigant
Mit einem Massenanteil von 0,01 Prozent steht Kupfer an 25. Stelle der Elementhäufigkeit in der Erdhülle. Als edles Metall tritt es selten als gediegenes Kupfer auf, z. B. in den USA. Eines der größten Kupferstücke barg man im Jahre 2001 vom Boden des Lake Superior. Es war 5,5 x 2,5 x 0,37 Meter groß und wog etwa 14,5 Tonnen.
Kupfer statt Pergament
Eine der berühmten Schriftrollen vom Toten Meer, die in Israel gefunden wurden, besteht aus Kupfer anstelle des brüchigeren Pergaments. Die Schriftrolle enthält keine religiösen Texte, sondern lediglich Hinweise auf bisher noch nicht aufgefundene Schätze.
Kupfer & Kolumbus
Zum Schutz vor allen Arten von Biobewuchs waren die Schiffe, mit denen Kolumbus nach Amerika segelte, unter der Wasserlinie mit einer kupfernen Außenhaut ausgerüstet. Heute wird der Rumpf der meisten Seeschiffe mit einer kupferhaltigen Beschichtung versehen, um einen ähnlichen Schutz zu gewährleisten.
Kupfer für die Ewigkeit
Die hohe Korrosionsbeständigkeit des Kupfers ist in vielen unwirtlichen Umgebungen von unschätzbarem Wert – nicht zuletzt bei der Tiefseeexploration und -förderung von Erdöl und Erdgas. Die schwedische Kernkraftbehörde beabsichtigt, verbrauchte Kernbrennstoffe in Behältern einzukapseln, die durch eine fünf Zentimeter dicke Kupferschicht geschützt sind.
Kupfer gegen Blitze
Jedes Jahr könnten viele Menschenleben gerettet und enorme Geldbeträge gespart werden, wenn Gebäude mit einem ordnungsgemäßen Blitzschutz ausgestattet wären. Alles, was dafür benötigt wird, ist eine Erdung aus Kupfer.